
Archiv für den Tag: 24. November 2021
März
Der Radfahrverein Solidarität
Der Radfahrverein „Solidarität“ wurde 1903 gegründet, zur „Verbreitung und praktischen Verwertung des Velozipeds und (für) das gesellige Zusammenwirken auf dem Gebiet des modernen Sports“. Zu den ersten Mitgliedern gehörte auf jeden Fall Sigmund Hintermaier, Photograf, der auch Besitzer des ersten Hochrades in Glonn war. Andere Mitglieder von denen wir wissen, waren z.B. Josef Meßner (Bürgermeister von 1919-1930), Paul Huber (Besitzer einer Radhandlung und mechanischen Werkstätte), Peter Kastl (Elektrizitäswerksbesitzer) und Franz Neuwirth (Schreiner). Wie auf dem Foto zu sehen ist, waren es nicht wenige, die sich dem neumodischen „Radsport“ verschrieben hatten. Leider gibt es von diesem Verein keine hinterlassenen Protokollbücher oder Dokumente mehr, sodass wir nichts Genaueres über die Aktivitäten des Vereins wissen. 1908 fand auf jeden Fall ein Radlfest in Glonn statt, und am 17.Juni 1928 richtete der Verein in Glonn das Bezirksfest der Radfahrvereine mit Festzug, Wettfahrten und abendlichem Radlerball aus, zu dem 60 Vereine aus dem ganzen Bezirk Ebersberg, aber auch München und Aibling, eingeladen waren. Der Grafinger Anzeiger berichtete, dass trotz schlechter Witterung, aufgeweichter Wege und Gegenwind das Rennen über 27 Kilometer stattfand und ein Glonner errang sogar den 1.Preis. Auch das Langsamfahren sowie der Radkorso durch den geschmückten Ort stiess bei den Zuschauern auf großes Interesse. Der Verein exisiterte 30 Jahre – am 7.April 1933 verfügte das Bezirksamt, dass im Rahmen des Verbotes marxistischer Vereine auch der Radfahrverein „Solidarität“ zu verbieten sei.
Februar
Die erste Turnhalle in Glonn
Im Jahr 1884 gründete sich der Glonner Turnverein. Schwerpunkt des Vereinslebens waren Leichtathletik und Turnen, man traf sich aber auch zum Theaterspielen, es gab eine Gesangsgruppe und zeitweise spielte man auch Schach. Der Turnplatz war bis 1898 hinter dem Gasthaus Lanzenberger, das auch Vereinslokal war. Dann wechselte man auf einen Turnplatz in der Nähe des Bahnhofs, hinter dem damaligen sogenannten Metzgeranwesen – heute Schreinerei Bredenhöller. Um das Jahr 1925 herum gab es eine Anfrage des Vereins an die Gemeinde, ob man nicht in das damals bereits zum Teil leerstehende und etwas heruntergekommene „Surauerhaus“ am Marktplatz einen Turnsaal einbauen könnte. Jahre 1929 errichtete der Verein dann in Eigenleistung eine Turnhalle auf dem heutigen Schulgelände, das damals schon als Turn- und Spielplatz auch von den Schulkindern der naheliegenden Knaben- und Mädchenschule benutzt wurde. Im gleichen Jahr spaltete sich auch die Fußballabteilung als eigener Verein ab und man gründete zu diesem Zwecke den Turn- und Spielverein Glonn. 1947 wurde gemäß den auflagen der Amerikanischen Militärregierung aus beiden Vereinen der ASV neu gegründet. Die Turnhalle, in der während des Krieges französische Kriegsgefangene untergebracht waren und nach dem Krieg Flüchtlinge und Vertriebene, wurde nach dem Neubau der Volksschule 1957 noch benutzt und vor dem ersten Erweiterungsbau 1969 abgerissen.
